Schaff dir einen Zwergpudel an und dein Leben nimmt manchmal seltsame Wege.

 

Geplant war, dass wir uns bei Bekannten treffen und von dieser „Feststation“ aus mit dem Fahrrad Tagesausflüge unternehmen.
Jaa, so war es geplant, doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Das liebe Wetter wollte wieder mal nicht mitspielen. Heftige Winde bis Sturm … nach einer Woche gefolgt von mächtigen Regenschauern, machten Radtouren nur selten möglich.

Aber Austin kennt da kein Pardon und besteht auf seine täglichen Spaziergänge.
Gleich am ersten Tage entdeckte er auf dem Hof einer stillgelegten Mandel-Fabrik eine Straßen-Katzen-Mama mit ihren Welpen und bevor ich regieren konnte, gab er Gas….war nicht mehr abrufbar und jagte den kleinen Miezekatzen hinter her. Leider war eine zu langsam. Heftig schüttelnd hatte sie Austin im Fang.

All mein Rufen und Schimpfen prallte an des Pudels Ohren ab und verhallte im Winde… so eine Sch….!!!
Ich also hin, um das Tierchen zu retten. Letztlich hatte ich rechts ein kleines Kätzchen und links einen geifernden Zwergpudel in der Hand. Nicht, dass das schon genügend Stress gewesen wäre,
nein ! Bevor ich die Mietze wieder los lassen konnte, ist sie mir schier in der Hand „explodiert“.
Ergebnis: Meine Hand war mit dicken Kratz- und Bisswunden übersät. Auahaua !
... Blutüberströmt zurück zu unseren Bekannten … Desinfektionsverbände, Traumeel-Tabletten und viele Handbäder in Thymiantee folgten. Erst drei Tage später konnte ich die Hand langsam wieder bewegen und ans Fotografieren denken.Ich also wieder zurück zum Fabrikgelände, um zu schauen, wie es dem Kätzchen geht, doch ich fand in einem dicken Maulbeerbaum nur eine kleine, miauende Mietze. Scheinbar hatte sie den Anschluss an ihre flüchtende Mama mit ihren Geschwisterchen verpasst, denn weit und breit war keine weitere Katze mehr zu finden.

 

Tja, da stand ich nun als schuldbewusste Pudelbesitzerin mit einem einsamen, verwaisten, hungrigen, um Hilfe rufendem Kätzchen im Baum. Kann man sowas ignorieren ?
Nein, sowas lässt selbst eine bekennende „Nicht-Katzen-Liebhaberin“ dahin schmelzen. Also ab, zurück, Futter holen und schauen, ob und wie dem Kätzchen zu helfen ist.

Als ich mit Katzenfutter wieder unter dem Baum stand, schien es so, als hätte das Kätzchen schon auf mich gewartet. Sie ließ sich füttern und sogar mit vorsichtig berühren.

 

Am zweiten Tag hörte ich schon ein begrüßendes „Miau“ und sie traute sich nach einer Weile bereits für einen kurzen Augenblick vom Baum hinunter.

 

Am dritten Tag hörte ich im Unterholz ein weiteres klägliches Miauen und als ich die Futterschale auf den Boden gestellt und gebührenden Abstand genommen hatte, schlich ein Geschisterchen auf´s Futter zu.

 

Während der kleinen „Baumbesetzerin“ kaum noch an zu merken war, dass sie eigentlich eine Wildgeborenen ist, und meine Streicheleinheiten mit wohligem Schnurren dankte,…

... behielt ihr Geschwisterchen die Scheu bei

 

Nach einer leckeren Mahlzeit, wird sich erst mal gründlich geputzt.

 

Ein gefülltes Bäuchlein und eine 2beinige Ersatz-Mama in der Nähe, macht so richtig Lust auf Spielen und Toben.

 

Leider war der 5te Tag auch der letzte, an dem ich beide Kätzchen zusammen sah.
Das scheue Geschwisterchen schien wie vom Erdboden verschluckt und tauchte auch an den folgenden Tagen nicht wieder auf. Was war wohl passiert ??? Ich befürchte nichts Gutes, hoffe aber das Beste.

 

Für mich stellte sich bald die Frage : Kann man so eine liebe , kleine, verwaiste Katze, die sich noch nicht selber versorgen kann, am Urlaubsende alleine unter einem großen Maulbeerbaum zurück lassen ?

 

MAN kann vielleicht …aber ICH nicht !

Also Transportkorb organisieren , Mietzi mit Futter hinein gelockt und aufi geht’s zum “Urlaubs-Stützpunkt“.

 

Ich wundere mich immer wieder über das Gemüt dieses Kätzchens, denn auch die Rad-Fahrt war für die Kleine kaum ein Thema. Frei nach dem Motto: „Meine neue Katzen-Mama hat mich da rein gesteckt, dann wird´s wohl richtig sein !“

 

Am Urlaubsdomizil angekommen, ging mein Staunen weiter ;
...aha, das sind also andere Zweibeiner – o.k.!
...aha, dort ist eine Kiste mit bekannter Erde von der Nähe meines     
   Maulbeerbaumes … dort kann ich mich lösen – o.k.!
...huch, ein anderes Tier ! Die Zweibeiner nennen es Pudel und es
   scheint auf den zweiten Blick auch o.k.!
...Jaaaa, spielen kann man hier auch – supi !
...und ich habe einen kuscheligen Liege-Platz! -was will Katze mehr!

 

 

Tja, und so kommt ein „Killerpudel-Pudelchen“ zu seiner eigenen Mietzekatze 

Dumm gelaufen !